66° North ist der Breitengrad , der im Norden von Island quer durchläuft. Es ist zugleich das Label eines isländischen Outdoor-Hersteller mit gut durchdachter, island-erprobter Funktionskleidung. Aber ich will hier keine Werbung machen, sondern zeigen,was in meiner Fototasche so los ist. Eigentlich wollte ich nie eine Profikamera kaufen, sind doch die Ansprüche an den dahinter sehr hoch, doch die Anforderungen an das Equipment wachsen mit der Aufgabe .

Ich hänge eigentlich am Tropf von Nikon und Apple, jegliches Fremdgehen wird mit Ignoranz und Fehlfunktionen der vorhandenen Gerätschaften bestraft. Vor Jahren stieg ich spontan nach mehreren Windows- Bluescreens auf Apple um und ab da war mein Workflow stabil. Das vironale GAS (Gear Acquisition Syndrome) frei übersetzt »Ausrüstungs-Anhäufungs-Syndrom« zwingt mich manchmal, neuere Ausrüstung haben und kaufen zu wollen. Schließlich verspricht man sich dadurch ein deutliches Mehr an Qualität oder man hat einfach nur Lust auf ein neues »Gadget«.

Eine meiner, zugegeben kostspieligen Leidenschaften ist das Fotografieren seit den 70-iger Jahren. War es früher die Analogfotografie mit den sehr rudimentären , technischen Möglichkeiten der nachträglichen Bildbeeinflussung, so ist es heute die Digitalfotografie mit allen Nuancen und Postprozessen zur Bildverfeinerung. Früher hatte ich die Entwicklung der Bilder manchmal selbst in die Hand genommen, wenn es darum ging, experimentell mit Kaffee im Entwickler den Sepiaton nachzuahmen. Das digitale Zeitalter begann bei mir Ende der 90-er Jahre mit der Nikon 950, danach die E4500, danach die Spiegelreflexära mit D70, D200, D300, D3S, D750 ,D850. 

Fotografie ist eine Kunstform, bei der fast alle technischen Prozesse zur Erstellung eines Bildes an ein Gerät ausgelagert werden, das theoretisch jeder kaufen kann. Die Tatsache, dass nur ein Klick erforderlich ist, um ein Bild aufzunehmen, hat die Anzahl der Personen, die dies tun, extrem erweitert. Das hat es aber nicht einfacher gemacht, ein wirklich gutes Foto zu erstellen. Es hat es in mancher Hinsicht schwieriger gemacht, kreativ zu sein, weil es so unzählige Fotos gibt, wie sie gemacht werden und die Tag für Tag gemacht werden. Der wesentliche Schritt, der gemacht werden muss, besteht darin, vom Fotografieren zum Fotograf überzugehen. Während dies ein Prozess ist, der nicht unbedingt mit der Ausrüstung verbunden ist, sondern es ein Prozess ist, bei dem ein persönlicher Ausdruck gefunden werden muss. Dabei ist die Auswahl der richtigen Ausrüstung natürlich eine Überlegung wert.

Lesson learned
Mit dem Besitz einer bestimmten Kamera wird man weder zu einem besseren Fotografen, noch verbessert teures Equipment die Sichtweise und Interpretation auf das Bild. Folglich ist es ein fataler Irrglaube, dass es die Ausrüstung ist, die das Bild macht. Im Laufe der Jahre entwickelte ich eine klare Vorstellung davon, was ich brauche, um die Art von Fotos zu machen, die ich hier vorstelle, und wo die Grenzen meiner Ausrüstung liegen werden. Durch die Kenntnis dieser mir persönlich gesteckten Grenzen konnte ich dadurch meine Technik anpassen.

On gear
Kameragehäuse: Nikon D850
Meine wichtigsten Objektive: Nikkor AF-S 70-200 f2.8,Tamron SP35mm f1.4 ,Tamron 17-30 f2.8 ,Tamron SP90mm Macro und mehr..
Stativ: Sirui  Panoramakopf: Novoflex